Stellungnahme: Gegen die antisemitische Vereinnahmung von KZ-Gedenkstätten – Zur Kampagne “Kufiyas in Buchenwald” – Frankfurt am Main, 15.03.2026
Die unterzeichnenden Organisationen verurteilen die Kampagne “Kufiyas in Buchenwald” auf das Schärfste. Was als vermeintlicher Protest gegen ein angebliches Symbolverbot inszeniert wird, ist in Wahrheit ein gezielter Angriff auf die deutsche Erinnerungskultur, auf die Würde eines Ortes des Gedenkens an die Shoah und auf das Gedenken an die jüdischen Opfer des Konzentrationslagers Buchenwald. Wir verwahren uns dagegen, dass ein Bündnis aus linksradikalen Gruppen, teils vom Verfassungsschutz als gesichert extremistisch eingestuften Organisationen und Terrorverharmlosern die Gedenkstätte Buchenwald zur Bühne antijüdischer Agitation instrumentalisiert.
Die Fakten
Im April 2025 wurde einer antiisraelischen Agitatorin der Zutritt zur Gedenkfeier anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des KZ Buchenwald verwehrt, weil sie die Kufiya nach eigenen Angaben explizit als politisches Statement gegen den Staat Israel einsetzen wollte. Das Thüringer Oberverwaltungsgericht bestätigte diese Entscheidung im Eilverfahren in letzter Instanz 1 und stellte unmissverständlich klar: Das Interesse der Stiftung, ihren Stiftungszweck als Friedhof und Mahnmal zu wahren, überwiegt in diesem Gedenkkontext das Recht auf individuelle politische Selbstdarstellung. Das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers ist kein Austragungsort für gegenwartsbezogene politische Agitation.
Es gibt in der Gedenkstätte Buchenwald kein pauschales Verbot der Kufiya – wohl aber die berechtigte und obergerichtlich bestätigte Pflicht, den Ort vor politischer Instrumentalisierung zu schützen. Ebenso jeder Grundlage entbehrt die Behauptung, die Gedenkstätte untersage palästinensische Symbole pauschal. Das Tragen der Kufiya wird ausschließlich situationsabhängig eingeschränkt – nämlich dann, wenn Unterstützer menschenverachtender Positionen sie demonstrativ im Rahmen des Gedenkens tragen wollen. 2 Die gesamte Kampagne operiert somit auf der Grundlage bewusster Falschbehauptungen und gezielter Verdrehungen.
Die Kufiya: nicht nur traditionelles Kleidungsstück und identitätsstiftendes kulturelles Symbol, sondern auch politisch aufgeladenes Zeichen in militanten und terroristischen Bewegungen
Die Aktivisten der Kampagne fordern nicht nur, die Kufiya am Tag des Gedenkens an die Opfer des KZ Buchenwald demonstrativ zur Schau zu tragen. Für das Gedenkwochenende am 11. und 12. April 2026 ist in Weimar ein ganzes Programm angekündigt: ein öffentlicher Protest, ein eigener Rundgang durch das ehemalige Konzentrationslager, Vorträge sowie eine Podiumsdiskussion – ein orchestrierter Versuch, die offizielle Gedenkveranstaltung zu kapern und mit antisemitischen Inhalten zu überlagern. 3 Besorgniserregend ist ebenfalls die bundesweite Veranstaltungsreihe im Vorfeld der Aktion: Die Kampagne bewirbt Mobilisierungsveranstaltungen in Köln, Dresden, Leipzig, Berlin und Frankfurt am Main. Darüber hinaus wurde für den 12. April eine sogenannte „Mahnwache“ unmittelbar auf dem Parkplatz der Gedenkstätte Buchenwald und am Glockenturm angekündigt. Diese Forderungen und Aktionen sind keine harmlosen Gesten. Als identitätsstiftendes Element in bestimmten antisemitischen und antiisraelischen Milieus fungiert die Kufiya auch als politisch aufgeladenes Symbol, das von militanten und terroristischen Bewegungen aufgegriffen wurde und auf tiefere historische Wurzeln zurückweist. 4 Diese Wurzeln reichen zurück zum arabischen Aufstand unter dem Großmufti von Jerusalem Amin al-Husseini – einem Mann, der aktiv mit dem nationalsozialistischen Regime kollaborierte und bosnische Muslime für die Waffen-SS rekrutierte. Unter dem Einfluss al-Husseinis wurde die städtische Bevölkerung während des Aufstands aufgefordert, den Tarbusch durch die Kufiya zu ersetzen, und so ein traditionelles Kleidungsstück der Landbevölkerung zum politischen Erkennungszeichen der Bewegung gemacht. 5 Von al-Husseini über Jassir Arafat, der die Kufiya ab den 1960er Jahren zum unverwechselbaren Symbol der PLO und seines persönlichen Führungsanspruchs machte, über die PFLP-Terroristin Leila Khaled bis hin zur Hamas: Die politische Kufiya, wie sie von den hier aktiven Gruppen verstanden und eingesetzt wird, steht in einer durchgängigen Traditionslinie des bewaffneten Kampfes gegen jüdische Souveränität und gegen die Existenz des jüdischen Staates – und genau in dieser Tradition wollen die Kampagnenaktivisten sie an einem Ort des Gedenkens an die Shoah zur Schau tragen. Die Akteure der Kampagne stellen eine geschichtspolitisch nicht tragfähige Verbindungslinie zwischen dem kommunistischen Widerstand gegen das NS-Regime und einer heute durch radikalen Islamismus geprägten Bewegung her – eine grobe Verfälschung der historischen Zusammenhänge. 6
Dieses Symbol ausgerechnet an einem Ort zu tragen, an dem die SS Tausende von Jüdinnen und Juden ermordete – an dem Tag, an dem der Opfer des Konzentrationslagers und der Befreiung gedacht wird –, bedeutet, das Gedenken an die Ermordeten durch die Insignien ihrer Feinde zu ersetzen. Wer an der Cremer-Plastik am Südhang des Ettersberges, über den Massengräbern der Spätphase des Lagers, in Kufiyas posiert, vollzieht keine Trauerhandlung, sondern eine antisemitische Machtdemonstration auf den Gräbern jüdischer Toter.
Buchenwald und der Zionismus
Historisch betrachtet steht Buchenwald in einer engen Verbindung zur zionistischen Bewegung. Nach der Befreiung existierte dort ein DP-Lager; jüdische Überlebende gründeten ein “Kibbuz Buchenwald” in der Nähe von Weimar und bereiteten sich auf ihre Auswanderung nach Eretz Israel vor. 7 Am Ort des einstigen Lagers wurde die blau-weiße Fahne mit dem Davidstern gehisst – als Ausdruck von Überleben, Selbstbestimmung und Emanzipation. Diese Geschichte in ihrem historischen Kontext weiterzugeben und jeder Erscheinungsform des Antisemitismus entgegenzutreten, ist keine Instrumentalisierung, sondern die Verpflichtung, die aus der Geschichte selbst erwächst.
Am Südhang des Ettersberges verscharrte die SS in den dortigen Erdsenken Tausende Ermordete – unter ihnen zahlreiche jüdische Häftlinge, von denen manche zuvor Auschwitz überlebt hatten. 8 Über ihren Gräbern wird seit dem 7. Oktober von Teilen dieser Szene ein Aktivismus betrieben, der die Gewalt gegen Israel relativiert und antisemitische Narrative reproduziert.
Dabei werden Israel und die jüdischen Überlebenden Buchenwalds in eine Täterrolle gedrängt; das Erinnern an die Shoah wird durch einen Aktivismus verdrängt, der einen angeblichen Genozid in Gaza zum eigentlichen Gegenstand des Gedenkens erhebt. Dies zielt nicht nur darauf ab, das Geschehene dem Vergessen preiszugeben, sondern jegliches Gedenken als solches unmöglich zu machen.
Die Träger der Kampagne: Antisemitismus und Terrorverherrlichung
Die Kampagne “Kufiyas in Buchenwald” wird getragen von einem Netzwerk, das den islamistischen Terror der Hamas verharmlost oder offen feiert. 9 Die “Kommunistische Organisation” (KO), eine der treibenden Kräfte, bezeichnete das Massaker vom 7. Oktober 2023 als “großartige Überraschung” und erklärte den Angriff – bei dem über 1.200 Menschen ermordet, Frauen systematisch vergewaltigt und 251 Menschen als Geiseln verschleppt wurden – “in Gänze” für legitim. 10 Die “Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost”, die die Kampagne maßgeblich organisiert, wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert extremistische Bestrebung geführt. 11 Obwohl ihr Name den Eindruck erweckt, sie vertrete jüdische Positionen, steht diese Organisation innerhalb der jüdischen Gemeinschaft nahezu ohne Rückhalt da und repräsentiert keineswegs die Haltung der jüdischen Mehrheit. Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) und der Zentralrat der Juden in Deutschland haben die Gruppe öffentlich kritisch bewertet und sich deutlich von ihr distanziert. 12
Den von Raphael Lemkin geschaffenen Genozidbegriff nutzen die Kampagnenaktivisten als inhaltlich ausgehöhlte Kampfformel gegen Israel, um die Beseitigung dieses aus der Geschichte heraus notwendigen Schutzstaates zu rechtfertigen – und das an einem Ort, der wie kaum ein anderer für die Realität des Genozids steht, eines Genozids, der die Gründung eben dieses Staates unausweichlich machte. Diese Täter-Opfer-Umkehr ist nicht nur geschichtsrevisionistisch, sondern zutiefst antisemitisch.
Diffamierung der Gedenkstätte und unsere Solidarität
Die in einer konzertierten Aktion verbundenen Gruppierungen stellen sich selbst als Opfer staatlicher Repression dar und operieren dabei mit Falschbehauptungen. Die Gedenkstätte widmet sich in ihrer Arbeit sämtlichen Opfergruppen der SS-Gewalt und würdigt sie gleichermaßen – eine Abstufung des erlittenen Leids wird dort nicht vorgenommen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden namentlich angegriffen und gedoxxt 13 – ein Vorgehen, das wir als inakzeptable Einschüchterung verurteilen.
Wir stellen uns uneingeschränkt hinter die Leitung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. 14 Wir begrüßen, dass die Bundesvereinigung der VVN-BdA sich von der Kampagne distanziert und klargestellt hat, dass Gedenkstätten an Orten der NS-Verbrechen in keinem sachlichen Zusammenhang mit der Situation in Gaza stehen. 15 Wir teilen die Einschätzung des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, der die geplante Aktion als einen “neuen Tiefpunkt der leider so geläufigen Täter-Opfer-Umkehr” und einen “frontalen Angriff auf die Würde des Erinnerns an die Opfer der Shoah” verurteilte. 16
Unsere Forderungen
Als jüdische Organisationen sowie als mit ihnen verbündete Organisationen und Personen fordern wir: Erstens muss die Kampagne “Kufiyas in Buchenwald” als das benannt werden, was sie ist: eine antisemitische Provokation, die das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus für eine israelfeindliche Agenda instrumentalisiert. Zweitens müssen die Versammlungsbehörden die Würde der Opfer des Nationalsozialismus schützen und die für den 11. und 12. April 2026 angekündigten Protestaktionen am 81. Jahrestag der Befreiung mit allen rechtlich zulässigen Mitteln unterbinden. 17 Drittens müssen Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen sich unmissverständlich gegen jeden Versuch positionieren, KZ-Gedenkstätten für antisemitische Agitation zu missbrauchen. Viertens rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, am 12. April 2026 an der offiziellen Gedenkveranstaltung in Buchenwald teilzunehmen und die Gedenkstätte darin zu stärken, dass ein würdiges Gedenken gewährleistet bleibt.
Die Shoah war präzedenzlos. Von den rund 56.000 Menschen, die im KZ Buchenwald ums Leben kamen, waren nahezu 11.800 Jüdinnen und Juden. 18 Diese Singularität zu relativieren und den Ort der Verbrechen zur Bühne antisemitischer Selbstdarstellung zu machen, ist ein Angriff auf die Grundfesten unserer Erinnerungskultur. Wir werden nicht zulassen, dass die Toten von Buchenwald ein zweites Mal zu Opfern werden – diesmal als Kulisse für jene, die den einzigen jüdischen Staat der Welt delegitimieren wollen. Das Vermächtnis der Überlebenden verpflichtet uns. Nie wieder ist jetzt.
“In Buchenwald gedenken wir unserer ermordeten Angehörigen. Es ist ein Ort, der für viele von uns die meist fehlenden Gräber unserer Angehörigen ersetzt. Wir lassen uns Buchenwald nicht von Antisemiten entweihen.”
Prof. Dr.-Ing. habil. Reinhard Schramm, Shoah-Überlebender,
Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen K.d.ö.R.
Unterzeichnende Organisationen und Personen:
Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz (NJH) e. V.
Jüdische Landesgemeinde Thüringen, K.d.ö.R.
Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main, K.d.ö.R.
WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e. V.
Jüdisches Forum der CDU NRW
Jüdische Allianz Mitteldeutschland e. V.
Ärztinnen und Ärzte gegen Antisemitismus e. V.
Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten e. V.
Jüdischer Juristenverband in Deutschland e. V.
Keren Hayesod Deutschland – Vereinigte Israel Aktion e. V.
Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V.
TaMaR Germany e. V.
AJC Berlin Lawrence and Lee Ramer Institute for German-Jewish Relations
Tikvah Institut gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)
Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V., Arbeitsgemeinschaft Erfurt
Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V., Arbeitsgemeinschaft Frankfurt am Main
Mideast Freedom Forum Berlin e. V.
Michael Panse, Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus
Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Jena
Jüdisches Forum der CSU
Dr. Thomas Feist, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben
Polnischer Verband Ehemaliger Politischer Häftlinge der NS-Gefängnisse und Konzentrationslager
(Polski Związek Byłych Więźniów Politycznych Hitlerowskich Więzień i Obozów Konzentracyjnych)
Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens in Niedersachsen
MAKKABI Deutschland e.V.
Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirkes Hessen-Thüringen
- Vgl. Gedenkstätte Buchenwald, “Ist die Kufiya in der Gedenkstätte Buchenwald verboten?”, 23.02.2026, https://www.buchenwald.de/newsroom/Kufiya-in-Buchenwald; ferner: NZZ, “Geschmacklos: israelfeindliche Kampagne richtet sich gegen die Gedenkstätte Buchenwald”, 21.02.2026, https://www.nzz.ch/international/geschmacklos-israelfeindliche-kampagne-gegen-die-gedenkstaette-kz-buchenwald-ld.1925870 ↩︎
- Ebd. Wörtlich heißt es in der Erklärung der Gedenkstätte: “Wenn Anhänger:innen derartiger Ideologien Aufrufe starten, um die offiziellen Gedenkfeiern in Buchenwald durch das orchestrierte, demonstrative Tragen von Kufiyas für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, werden wir weiterhin konsequent einschreiten und dies unterbinden.” ↩︎
- Vgl. JTA/Jewish Telegraphic Agency, “German anti-Zionist group’s plan to protest at Buchenwald memorial over keffiyeh ban sparks outrage”, 23.02.2026, https://www.jta.org/2026/02/23/global/german-anti-zionist-groups-plan-to-protest-at-buchenwald-memorial-over-keffiyeh-ban-sparks-outrage; Jerusalem Post, “Anti-Zionist group plans keffiyeh protest amid Buchenwald camp’s ban on pro-Palestinian symbols”, 22.02.2026, https://www.jpost.com/diaspora/antisemitism/article-887465; die Kampagnenwebsite listet derzeit 23 Organisationen und 380 Einzelpersonen als Unterzeichner. ↩︎
- Zur politischen Instrumentalisierung der Kufiya ab 1936 durch al-Husseini vgl. Deutsch-Israelische Gesellschaft München/Nürnberg, Stellungnahme, März 2026, https://muenchen.deutsch-israelische-gesellschaft.de/wir-verurteilen-die-antisemitische-provokation-gegen-die-kz-gedenkstatte-buchenwald/; zur NS-Kollaboration al-Husseinis vgl. United States Holocaust Memorial Museum, https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/hajj-amin-al-husayni-the-mufti-of-jerusalem; zur Rekrutierung bosnischer Muslime für die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS “Handschar” vgl. Klaus-Michael Mallmann/Martin Cüppers, Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina, Darmstadt 2006: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. ↩︎
- Vgl. Yehoshua Porath, The Palestinian Arab National Movement: From Riots to Rebellion, Bd. II: 1929–1939, London 1977: Frank Cass, insbes. zur Rolle al-Husseinis und des Höheren Arabischen Komitees bei der politischen Mobilisierung während des Aufstands; ferner Ted Swedenburg, Memories of Revolt: The 1936–1939 Rebellion and the Palestinian National Past, University of Minnesota Press, 1995, insbes. Kap. 1 (Sartorial Patriotism, S. 31–35) zur Politisierung der Kufiya während des arabischen Aufstands. ↩︎
- Vgl. haGalil, “Kufiyas in Buchenwald – Geschichtsrevisionismus von links?”, 18.02.2026, https://www.hagalil.com/2026/02/kufiyas-in-buchenwald/ ↩︎
- Vgl. Gedenkstätte Buchenwald, Foto “Mitglieder des Kibbuz Buchenwald und Gäste, August 1945”, © Gedenkstätte Buchenwald; vgl. auch https://www.buchenwald.de/ ↩︎
- Zur Gesamtzahl der Opfer vgl. Jüdische Allgemeine, “Linksextreme planen Aktion in KZ-Gedenkstätte”, 23.02.2026, https://www.juedische-allgemeine.de/politik/linksextreme-planen-aktion-in-kz-gedenkstaette/; zum hohen Anteil jüdischer Opfer in der Spätphase des Lagers vgl. die Angaben der Gedenkstätte Buchenwald (Jüdisches Mahnmal: 11.800 ermordete Jüdinnen und Juden) sowie Harry Stein, Konzentrationslager Buchenwald 1937–1945. Begleitband zur ständigen historischen Ausstellung, hrsg. von der Gedenkstätte Buchenwald, Göttingen 1999. ↩︎
- Organisiert wird die Kampagne vom “Kufiya-Netzwerk”. Beteiligt sind u. a. die Kommunistische Organisation (KO), die Studentenorganisation der Linkspartei (Linke.SDS), die “Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost” sowie die Deutsche Kommunistische Partei (DKP). Vgl. NZZ, 21.02.2026 (a. a. O.); Jüdische Allgemeine, 23.02.2026 (a. a. O.). ↩︎
- Kommunistische Organisation, “Solidarität mit dem kämpfenden Palästina! Kampf der anti-palästinensischen Repression in Deutschland!”, weiterhin online abrufbar unter https://kommunistische-organisation.de/stellungnahmen/solidaritaet-mit-dem-kaempfenden-palaestina-kampf-der-anti-palaestinensischen-repression-in-deutschland/. Wörtlich: “Für uns und alle Freiheit und Gerechtigkeit liebenden Menschen auf der Welt ist es dagegen eine großartige Überraschung! Wir können diesen Aufstand nur bewundern.” Und weiter: “Er ist in Gänze legitim, genau wie all seine Mittel!” ↩︎
- Bundesamt für Verfassungsschutz, Verfassungsschutzbericht 2024, Rubrik “Auslandsbezogener Extremismus / Säkularer propalästinensischer Extremismus”, veröffentlicht am 10.06.2025, https://www.verfassungsschutz.de/DE/verfassungsschutz/der-bericht/vsb-auslandsbezogener-extremismus/2024-auslandsbezogener-extremismus_artikel.html ↩︎
- Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: “Der Verein ‘Jüdische Stimme’ irrlichtert zwischen Israelhass und Terrorismusverharmlosung.” Hanna Veiler, Vorsitzende der JSUD: “Die ‘Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost’ fügt der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland einen enormen Schaden zu.” Beide zitiert in: IIBSA, Der Verein “Jüdische Stimme für gerechten Frieden”, 06.03.2024, https://iibsa.org/neuerscheinung-zur-juedischen-stimme-fuer-gerechten-frieden/; vgl. auch Jüdische Allgemeine, “BDS-Stoßrichtung ist antisemitisch”, 15.01.2019, https://www.juedische-allgemeine.de/politik/bds-stossrichtung-ist-antisemitisch/ ↩︎
- Vgl. Antje Jelinek, “Kontroverse um interne Handreichung”, in: Cicero, 17.07.2025, https://www.cicero.de/kultur/gedenkstatte-buchenwald-handreichung-antisemitismus (Mitarbeiter wurden namentlich genannt, ihre Accounts verlinkt – die Folge: ein Shitstorm mit massiven persönlichen Angriffen und Morddrohungen); ferner taz, “Debatte um Palästinensertuch Kufiya: Shitstorm gegen Gedenkstätte Buchenwald”, 10.07.2025, https://taz.de/Debatte-um-Palaestinensertuch-Kufiya/!6100296/ (Gedenkstättenleiter Wagner berichtete von Morddrohungen und wüsten Beschimpfungen gegen Mitarbeiter im Netz); ebenso haGalil, 18.02.2026 (a. a. O.) ↩︎
- Der Sprecher der Stiftung, Rikola-Gunnar Lüttgenau, erklärte: “Gruppierungen, die den Terror der Hamas bejubeln, die Angriffe vom 7. Oktober als ‘großartige Überraschung’ glorifizieren und dem Staat Israel das Existenzrecht absprechen, haben bei uns keinen Platz.” Zitiert in Jüdische Allgemeine, 23.02.2026 (a. a. O.) ↩︎
- VVN-BdA, Bundessprecher*innenkreis, “Klarstellung zur Erklärung ‘Kufiyas in Buchenwald’”, 26.02.2026, https://vvn-bda.de/klarstellung-zur-erklaerung-kufiyas-in-buchenwald/ ↩︎
- Zitiert u. a. in Jüdische Allgemeine, 23.02.2026 (a. a. O.); NZZ, 21.02.2026 (a. a. O.) ↩︎
- Die Aktion ist für den 11./12. April 2026 angekündigt. Vgl. DIG München/Nürnberg (a. a. O.); dem Ordnungsamt der Stadt Weimar lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch keine Anmeldung vor, vgl. Jüdische Allgemeine, 23.02.2026 (a. a. O.) ↩︎
- Angabe der Gedenkstätte Buchenwald (Jüdisches Mahnmal); zu den Gesamtzahlen s. Fn. 8. ↩︎