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Stellungnahme zum Brandanschlag auf den Antisemitismusbeauftragten



    05.01.2026


    Stellungnahme des Netzwerks Jüdischer Hochschullehrerender zum Brandanschlag auf den Antisemitismusbeauftragten

    Das „Netzwerk Jüdischer Hochschullehrerender“ ist zutiefst erschüttert über den Brandanschlag auf das private Grundstück des Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg, Andreas Büttner. Die Brutalität der Tat, die gezielte Einschüchterung sowie die verwendete Vernichtungssymbolik machen deutlich: Antisemitischer Hass ist keine abstrakte Bedrohung und keine bloße Rhetorik – er schlägt in reale Gewalt um.

    Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen eine einzelne Person, sondern gegen alle, die sich öffentlich, institutionell und wissenschaftlich gegen Antisemitismus engagieren. Er ist ein Angriff auf jüdisches Leben, auf demokratische Grundwerte und auf diejenigen, die Verantwortung übernehmen, um diese zu schützen.

    Wir sind alarmiert darüber, dass antisemitische Symbole – wie in diesem Fall das rote Hamas-Dreieck – und Drohungen zunehmend entgrenzt auftreten und offenkundig bewusst als Mittel der Einschüchterung eingesetzt werden. Worte bleiben nicht folgenlos, wenn sie von Hass, Gewaltfantasien und Vernichtungsandrohungen begleitet werden.

    Als Netzwerk jüdischer Hochschullehrerender erklären wir unsere uneingeschränkte Solidarität mit dem Betroffenen und allen Antisemitismusbeauftragten, die unter zunehmendem Druck stehen. Zugleich fordern wir die politisch Verantwortlichen mit Nachdruck auf, stärkere, wirksamere und nachhaltige Maßnahmen gegen Antisemitismus zu ergreifen – in der Prävention, der Strafverfolgung, beim Schutz von Engagierten und durch die konsequente Ahndung antisemitischer Gewalt.

    Antisemitismus darf nicht relativiert, bagatellisiert oder hingenommen werden. Der Schutz jüdischen Lebens und derjenigen, die es verteidigen, ist eine staatliche und gesellschaftliche Pflicht


    Vorstand des Netzwerks Jüdischer Hochschullehrender e.V.

    Prof. Dr. Julia Bernstein
    Prof. Roglit Ishay
    Dr. Ilja Kogan

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