„Nie wieder wehrlos“
Vom Aufstand im Warschauer Ghetto zum Jom haScho’a und zur Selbstbehauptung des jüdischen Staates.
Prof. Dr. Marek Sierka, Prof. Dr. Julia Bernstein, Prof. Roglit Ishay, Dr. Ilja Kogan

Juden werden während der Niederschlagung des Aufstands aus ihren Verstecken getrieben. Das Mädchen am linken Bildrand wurde als Hanka Lamet identifiziert, die Frau neben ihr als deren Mutter Matylda Lamet Goldfinger. Die Frau links neben dem Jungen wurde als Chana Zeilinwarger identifiziert. Die Identität des Jungen im Vordergrund konnte trotz mehrerer Zuschreibungen nicht zweifelsfrei geklärt werden. Der SS-Mann rechts mit der Maschinenpistole ist SS-Rottenführer Josef Blösche, 1969 hingerichtet. Aus dem Stroop-Bericht an Heinrich Himmler, Mai 1943. Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek
I. Am Vorabend von Pessach
Am Morgen des 19. April 1943, dem Vorabend des Pessachfestes, marschierten 2.000 schwer bewaffnete deutsche Soldaten in das Warschauer Ghetto ein. Ihr Auftrag: die endgültige Liquidierung. Sie erwarteten keinen Widerstand. Was sie stattdessen fanden, waren Kugeln, Granaten und Molotowcocktails. Einige Hundert junge Jüdinnen und Juden – schlecht bewaffnet, ausgehungert, ohne jede Aussicht auf Sieg – hatten sich entschieden zu kämpfen. Nicht um zu überleben, sondern um die Art ihres Sterbens selbst zu bestimmen.1
Fast einen Monat lang hielten sie stand. Die Deutschen mussten das Ghetto Haus für Haus niederbrennen, um den Widerstand zu brechen. Es war der größte bewaffnete jüdische Aufstand während des Zweiten Weltkriegs und der erste städtische Aufstand im besetzten Europa überhaupt.2
Dass dieser Aufstand nicht vergessen wurde, ist kein Zufall. Fünf Jahre später wurde der jüdische Staat gegründet – Verwirklichung eines jahrtausendealten jüdischen Anspruchs auf das Land Israel, politisch getragen von der zionistischen Bewegung und bestärkt durch die bittere Erkenntnis der Schoah, dass Juden nie wieder auf den Schutz anderer angewiesen sein dürfen. Und dieser Staat wählte bewusst den Zeitraum des Ghettoaufstands als Datum für seinen Holocaust-Gedenktag: den Jom haSikaron laScho’a weLaGwura – den Tag des Gedenkens an die Schoah und das Heldentum. Bereits im Namen steckt eine Haltung, die über bloße Trauer hinausgeht. Der Jom haScho’a erinnert nicht nur an die sechs Millionen Ermordeten, sondern gleichberechtigt auch an diejenigen, die sich wehrten. Er stellt die Frage, die diesen Aufsatz leitet: Was bedeutet es, wenn ein Volk nicht nur seiner Toten gedenkt, sondern auch seines Widerstands – und diesen Widerstand zum Fundament seiner Selbstbehauptung macht? 3
II. „Nicht alle Opfer waren Juden, aber alle Juden waren Opfer“
Die Universalisierung des Gedenkens
Neben dem Jom haScho’a gibt es seit 2005 einen weiteren Holocaust-Gedenktag: den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. Dieser von den Vereinten Nationen eingerichtete Tag ist universell angelegt und gedenkt aller Opfer des Nationalsozialismus – Juden, Roma und Sinti, politischer Gefangener, Homosexueller, Menschen mit Behinderungen und vieler anderer Gruppen.4
So berechtigt dieses umfassende Gedenken auch ist, birgt es doch die Gefahr, dass die besondere Natur der Schoah verwischt wird. Juden werden mit anderen Opfergruppen in einen Topf geworfen, obwohl der Holocaust in seiner systematischen, industriellen und totalen Vernichtungsabsicht einzigartig war.
Elie Wiesel brachte es auf den Punkt: „Nicht alle Opfer waren Juden, aber alle Juden waren Opfer.“ 5
Dieser Satz verdeutlicht den qualitativen Unterschied: Während andere Gruppen aus bestimmten politischen oder rassistischen Gründen verfolgt wurden, war für Juden allein die Tatsache ihres Judenseins das Todesurteil – unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität oder Überzeugung.
Das Beispiel Polen: Die Dimension der Vernichtung
Nirgendwo wird die Singularität der Schoah deutlicher als in Polen. Von den etwa 3,3 Millionen polnischen Juden vor dem Krieg überlebten weniger als 10 Prozent.6 Die Mehrheit dieser Überlebenden verdankte ihr Leben der Flucht oder Deportation in die Sowjetunion. Auf den deutsch besetzten Gebieten selbst überlebten nach neueren Forschungen nur ein bis sechs Prozent der Juden – in manchen Distrikten des Generalgouvernements kaum mehr als ein Prozent. Eine nahezu vollständige Auslöschung einer ganzen Gemeinschaft, die seit nahezu einem Jahrtausend in Polen verwurzelt war.7 8
Auch ethnische Polen litten furchtbar unter der deutschen Besatzung – etwa 1,8 bis 1,9 Millionen nichtjüdische polnische Zivilisten kamen ums Leben. Doch über 90 Prozent der ethnisch-polnischen Bevölkerung überlebten. Der Unterschied ist grundlegend: Die Polen wurden brutal unterdrückt und verfolgt; die Juden sollten vollständig vernichtet werden. Es war Besatzungsterror gegenüber systematischer Totalvernichtung.9
Ein universeller Gedenktag, der alle Opfergruppen gleichsetzt, kann diese Besonderheit nicht angemessen abbilden. Gerade deshalb braucht die jüdische Erinnerung einen eigenen Rahmen.
III. „Die Art des Sterbens wählen“
Das Leben und Sterben im Ghetto
Um den Aufstand zu verstehen, muss man die Bedingungen kennen, die ihm vorausgingen. Im November 1940 riegelten die deutschen Besatzer das Warschauer Ghetto ab. Rund 400.000 Juden – knapp 30 Prozent der Warschauer Bevölkerung – wurden auf 2,4 Prozent der Stadtfläche zusammengepfercht. Durchschnittlich 9,2 Menschen teilten sich einen Raum. Die Mauer um das Ghetto war über drei Meter hoch und mit Stacheldraht gekrönt; wer zu fliehen versuchte, wurde erschossen.10
Die deutschen Behörden setzten die Lebensmittelrationen für Juden auf 181 Kalorien pro Tag fest – einen Bruchteil dessen, was zum Überleben nötig ist. Eine offizielle Anordnung vom April 1941 stellte klar, dass die Versorgung des Ghettos „unterhalb des zum Lebenserhalt notwendigen Minimums zu bleiben hat, ungeachtet der Konsequenzen.“ Nur der Schmuggel – oft durch Kinder, die durch Löcher in der Mauer krochen – verhinderte den sofortigen Hungertod aller Bewohner.11

Ein Geiger spielt auf einer Straße des Warschauer Ghettos, Sommer 1941. Foto: Willy Georg / United States Holocaust Memorial Museum.
Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek
Die Folgen waren verheerend: Typhus breitete sich in den überfüllten Wohnungen unkontrollierbar aus. Ab August 1941 starben mehr als 5.000 Menschen pro Monat an Hunger und Krankheiten. Bis Mitte 1942 – noch bevor die großen Deportationen begannen – waren bereits mehr als 100.000 Ghettobewohner an Hunger, Kälte und Seuchen gestorben, nahezu ein Viertel der gesamten Ghettobevölkerung. Leichen lagen auf den Straßen; Kinder bettelten um Brot. Adam Czerniaków, der Vorsitzende des Judenrats, notierte in seinem Tagebuch im Mai 1941: „Kinder verhungern.“12

Kinder im Warschauer Ghetto – das Elend der jüngsten Opfer. Foto: Willy Georg / United States Holocaust Memorial Museum.
Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek

Bettelnde Kinder mit einer Frau an einer Ghettomauer. Ein Kind liegt entkräftet am Boden. Foto: Willy Georg / United States Holocaust Memorial Museum. Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek

Ein bettelndes Kind isst ein Stück Brot auf dem Gehweg des Warschauer Ghettos. Foto: Willy Georg / United States Holocaust Memorial Museum. Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek

Ein barfüßiger Junge bettelt an einer Hauswand im Warschauer Ghetto. Foto: Willy Georg / United States Holocaust Memorial Museum.
Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek

Zwei kleine Kinder betteln an einer Mauer im Warschauer Ghetto. Foto: Willy Georg / United States Holocaust Memorial Museum.
Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek

Zwei bettelnde Kinder mit nahezu leeren Schüsseln im Warschauer Ghetto. Foto: Willy Georg / United States Holocaust Memorial Museum.
Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek
Dann kam der Sommer 1942. Zwischen dem 22. Juli und dem 21. September – zwischen dem 9. Aw und Jom Kippur im jüdischen Kalender – deportierten die Deutschen rund 265.000 Ghettobewohner in das Vernichtungslager Treblinka. Die Deportierten wurden unter dem Vorwand einer „Umsiedlung nach Osten“ zum Umschlagplatz getrieben und in versiegelte Güterwagen gepfercht. Die allermeisten wurden unmittelbar nach der Ankunft in Treblinka ermordet. Czerniaków, der sich weigerte, die Deportationslisten zu unterzeichnen, nahm sich am 23. Juli das Leben.13
Nach der großen Deportation waren von einst rund 400.000 Menschen nur noch etwa 60.000 bis 70.000 im Ghetto geblieben – die meisten davon junge Arbeiter in den verbliebenen Werkstätten.14 Unter ihnen wuchs die Überzeugung, dass die nächste Deportation die letzte sein würde. Die Widerstandsgruppen begannen, sich zu bewaffnen, Bunker zu bauen und sich auf den Kampf vorzubereiten.
Doch Widerstand im Ghetto erschöpfte sich nicht im bewaffneten Kampf. Raw Jitzchak Nissenbaum formulierte im Warschauer Ghetto das Konzept des Kiddusch ha-Chajim – der Heiligung des Lebens: In früheren Verfolgungen hätten die Feinde die jüdische Seele gefordert, und der Jude habe seinen Leib geopfert, um G’ttes Namen zu heiligen. Jetzt aber fordere der Feind den Leib – und deshalb sei es religiöse Pflicht, das Leben zu verteidigen.15 Überleben selbst wurde zum Akt des Widerstands. Wer unter den Bedingungen des Ghettos betete, lehrte, Kinder unterrichtete oder jüdische Riten aufrechterhielt, setzte der Vernichtung eine existenzielle Selbstbehauptung entgegen – leiser als der Griff zur Waffe, aber nicht weniger entschlossen.
Der Aufstand
Als am Morgen des 19. April 1943 die SS mit der endgültigen Liquidierung begann, stellten sich ihr die ŻOB (Żydowska Organizacja Bojowa / Jüdische Kampforganisation) unter Führung von Mordechai Anielewicz sowie der ŻZW (Żydowski Związek Wojskowy / Jüdischer Militärverband) entgegen. Bis zum 16. Mai 1943 leisteten die Kämpfer erbitterten Widerstand. SS-Brigadeführer Jürgen Stroop befehligte die Niederschlagung und dokumentierte sie in seinem berüchtigten Bericht.16

Ul. Nowolipie / Ecke Smocza, Warschau 1943. Links vorne: Yehudit Neyer (geb. Tolub), die die Hand ihrer Schwiegermutter hält. Das Mädchen ist die Tochter von Yehudit und Avraham Neyer (links neben ihr). Avraham war Mitglied des Bund. Von diesen vier überlebte nur Avraham den Krieg; er wanderte nach Israel aus. Aus dem Stroop-Bericht. Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek

SS-Brigadeführer Jürgen Stroop (Mitte) und Offiziere vor dem brennenden Ghetto. Aus dem Stroop-Bericht. Kolorierung: Mikołaj Kaczmarek
„Es ging darum, sich nicht abschlachten zu lassen“
Die überwältigende Mehrheit der europäischen Juden wurde ermordet, ohne dass bewaffneter Widerstand möglich gewesen wäre. Die Gründe dafür liegen nicht bei den Opfern, sondern in der erdrückenden militärischen Übermacht der Deutschen, in der systematischen Täuschung über das Ziel der Deportationen, im Fehlen von Waffen, in der Isolation der Ghettos und in der Tatsache, dass Widerstand die sofortige Ermordung ganzer Gemeinschaften nach sich ziehen konnte.
Und dennoch: Nicht alle Juden starben wehrlos. Trotz aller ausweglosen Umstände gab es Juden, die sich zur Wehr setzten – mit einer Tapferkeit, die angesichts der Aussichtslosigkeit umso beeindruckender ist. Der Aufstand im Warschauer Ghetto ist das berühmteste Beispiel, doch es gab bewaffneten Widerstand auch in anderen Ghettos, in den Vernichtungslagern Sobibór und Treblinka sowie durch jüdische Partisanengruppen in den Wäldern Osteuropas. 17 Gerade weil die Bedingungen so unmöglich waren, verdient dieser Widerstand, erinnert zu werden.
Die symbolische Kraft des Ghettoaufstands liegt nicht im militärischen Erfolg – denn der Aufstand war von Anfang an aussichtslos. Marek Edelman, stellvertretender Kommandant der ŻOB und nach dem Krieg einer der letzten überlebenden Anführer des Aufstands, brachte es auf eine schmerzhafte Formel: „Kann man das überhaupt einen Aufstand nennen? Es ging darum, sich nicht abschlachten zu lassen, wenn die Reihe an uns kam. Es ging nur darum, die Art des Sterbens zu wählen.“ 18
In diesen Worten liegt die ganze Wahrheit des Ghettoaufstands: Es war kein Kampf um den Sieg, sondern um die Würde. Die Entscheidung, mit der Waffe in der Hand zu sterben, anstatt sich wehrlos in die Vernichtungslager deportieren zu lassen, war ein Akt der Selbstbestimmung – der letzte, der den Ghettobewohnern noch blieb. Edelman, der 2009 als letzter überlebender Kommandant des Aufstands in Warschau starb, hat zeitlebens daran erinnert, dass es den Kämpfern nicht um Heldentum ging, sondern schlicht darum, als Menschen zu sterben.19
IV. Der Kalender als Manifest
Ein Datum mit Botschaft
Die Knesset legte 1959 per Gesetz den Jom haScho’a auf den 27. Nisan fest.20
Dieses Datum fällt in den Zeitraum des Aufstands im Warschauer Ghetto (19. April – 16. Mai 1943). Diese Wahl war kein Zufall, sondern ein Programm: Der junge Staat Israel wollte der Schoah nicht am Tag einer Befreiung durch andere gedenken – wie es der 27. Januar tut –, sondern an einem Tag, der für jüdischen Widerstand steht. Nicht Befreiung von außen, sondern Selbstbehauptung von innen.
Der Bogen des israelischen Kalenders
Doch der Jom haScho’a steht nicht allein. Er ist der Ausgangspunkt eines bewusst komponierten Bogens im israelischen Kalender: Wenige Tage nach dem Jom haScho’a (27. Nisan) folgt der Jom haSikaron (4. Ijar), der Gedenktag für die gefallenen Soldaten Israels und die Opfer des Terrorismus. Unmittelbar darauf – am Abend desselben Tages – beginnt der Jom haAtzma’ut (5. Ijar), der israelische Unabhängigkeitstag.21
Diese Abfolge ist kein Zufall. Sie erzählt eine Geschichte in drei Akten: Die Schoah und der Widerstand dagegen – die Soldaten, die ihr Leben für den jüdischen Staat gaben – und schließlich die Unabhängigkeit, die sie ermöglichten. Der Kalender selbst wird zur Erzählung: vom Ghettowiderstand über den Preis der Freiheit bis zur staatlichen Souveränität. Ein häufig zitierter israelischer Sinnspruch bringt diese Verbindung auf den Punkt: „Israel hat zwei Gedenktage: Jom haSikaron erinnert uns an den Preis, den Israel kostet. Jom haScho’a erinnert uns an den Preis, kein Israel zu haben.“ 22
Die Ghettokämpfer als geistige Vorläufer
Die Kämpfer des Warschauer Ghettos stehen in einer Linie mit dem Grundsatz der jüdischen Selbstverteidigung, der bereits bei den Pogromen im Russischen Reich um die Jahrhundertwende und später in der Haganah im britischen Mandatsgebiet Palästina Ausdruck gefunden hatte. Doch nirgendwo waren die Umstände aussichtsloser als im Warschauer Ghetto. Dass die Kämpfer trotzdem zur Waffe griffen – nicht weil sie eine Chance auf Sieg hatten, sondern weil die Alternative, wehrlos zu sterben, unerträglich geworden war – machte ihren Aufstand zum symbolischen Gründungsmoment jüdischer Selbstbehauptung in der Schoah. Fünf Jahre später verwirklichte die zionistische Bewegung, was sie seit Jahrzehnten angestrebt hatte: die Gründung des Staates Israel. Die Schoah hatte die Dringlichkeit dieses Ziels auf furchtbare Weise bestätigt – und der Geist der Ghettokämpfer, der Wille, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen, wurde zum moralischen Fundament des jungen Staates.
Doch der Zionismus hat die Rückkehr nach Zion nicht erfunden – er hat sie politisch verwirklicht. Die Sehnsucht nach Eretz Israel durchzieht das Judentum seit dreieinhalb Jahrtausenden: von der biblischen Verheißung über die Gebetsformel „Nächstes Jahr in Jerusalem“, die seit der Zerstörung des Zweiten Tempels gesprochen wird, bis zur ununterbrochenen jüdischen Präsenz im Land Israel durch alle Epochen der Zerstreuung hindurch.23 Der moderne Zionismus gab dieser uralten Sehnsucht eine politische Form; die Schoah bewies mit furchtbarer Endgültigkeit, dass jüdisches Leben ohne jüdische Souveränität nicht sicher ist. Die Staatsgründung war daher nicht nur Antwort auf eine Katastrophe, sondern Erfüllung eines Anspruchs, der weit älter ist als der politische Zionismus – und genau das macht Israel so unbequem für jene, die Juden nur als Opfer akzeptieren: Es ist kein Produkt europäischer Schuld, sondern Ausdruck jüdischer Handlungsfähigkeit.
Die Gründer Israels zogen eine direkte Linie von der Schoah zur Staatsgründung. Die Unabhängigkeitserklärung von 1948 nennt die Katastrophe der europäischen Juden als Beweis dafür, dass das jüdische Volk eine eigene Heimstätte braucht.24 Und der Jom haScho’a stellt mit seinem vollen Namen – „Tag des Gedenkens an die Schoah und das Heldentum“ – sicher, dass dieses Gedenken nicht in Passivität erstarrt, sondern den Widerstandsgeist lebendig hält, der zur Gründungserzählung des jüdischen Staates gehört.25 Die Gwura, das Heldentum, das im Namen des Gedenktages anklingt, meint dabei beides: den bewaffneten Kampf der Ghettoaufständischen ebenso wie das stille Durchhalten derer, die unter Bedingungen, die auf die Zerstörung jeder menschlichen Würde zielten, ihre Identität bewahrten. Der Jom haScho’a vereint diese Dimensionen bewusst – und weigert sich, Heldentum auf den Griff zur Waffe zu verengen.
V. Unterschiedliche Erinnerungskulturen: Polen und Deutschland im Vergleich
Polen: Der Ghettoaufstand als Teil der nationalen Erinnerung
In Polen hat der Aufstand im Warschauer Ghetto einen festen und herausragenden Platz in der Erinnerungskultur. Er wird intensiv gewürdigt und hat teilweise sogar mehr Gewicht als der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar. Dies hat mehrere Gründe: Der Aufstand fand auf polnischem Boden statt, er ist Teil der polnischen Geschichte und Erinnerungslandschaft, und der Widerstandsgeist der Ghettoaufständischen findet Resonanz in der polnischen Tradition des bewaffneten Widerstands.
Die Akcja Żonkile – Narzissen als Symbol der Erinnerung
Das eindrücklichste Beispiel für die lebendige polnische Erinnerungskultur ist die Akcja Żonkile (Narzissen-Aktion), die seit 2013 jährlich am 19. April vom Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN in Warschau organisiert wird. An diesem Tag verteilen Tausende Freiwillige in den Straßen Warschaus und anderer polnischer Städte gelbe Papiernarzissen an Passanten – ein Symbol der Erinnerung, der Solidarität und des Respekts.26
Der Ursprung dieses Symbols führt zurück zu Marek Edelman – jenem stellvertretenden Kommandanten der ŻOB, dessen Worte über die „Art des Sterbens“ bereits zitiert wurden. Edelman, der den Aufstand überlebte und bis zu seinem Tod 2009 in Polen blieb, erhielt jedes Jahr am 19. April einen Strauß gelber Narzissen von einer anonymen Person. Diese Blumen legte er am Pomnik Bohaterów Getta, dem Denkmal der Ghettohelden auf dem Warschauer Muranów, nieder. Aus dieser stillen, jährlichen Geste wurde eine Massenbewegung.27
Die Aktion hat eine beeindruckende Größenordnung erreicht: 2024 wurde die zweimillionste Papiernarzisse verteilt. Neben Warschau beteiligen sich inzwischen Städte wie Łódź, Kraków, Białystok, Lublin und Wrocław. Seit 2023, dem 80. Jahrestag des Aufstands, ist die Aktion international: Papiernarzissen werden mittlerweile von Buenos Aires bis Melbourne getragen. In Warschau selbst ertönt am 19. April eine einminütige Sirene, die – ähnlich wie die Sirene am Jom haScho’a in Israel – das gesamte öffentliche Leben zum Stillstand bringt.28
Begleitet wird die Narzissen-Aktion von einem umfangreichen Bildungsprogramm: Schulen und Bibliotheken erhalten Unterrichtsmaterialien, das POLIN-Museum zeigt Sonderausstellungen, und jedes Jahr steht ein anderes Leitthema im Mittelpunkt – 2025 war es „Mut“. Das Motto der Kampagne lautet seit Beginn: „Łączy nas pamięć“ – „Erinnerung verbindet uns.“
Die Akcja Żonkile zeigt, was lebendiges Gedenken bedeuten kann: nicht nur stille Trauer, sondern aktive Bürgergesellschaft; nicht nur Rückblick, sondern Erziehung für die Gegenwart. Sie ehrt die Kämpfer des Ghettos und zugleich die rund 50.000 Zivilisten, die sich in den Bunkern und Ruinen versteckten – denn auch ihr Ausharren war Widerstand.
Allerdings wäre es verfälschend, die polnische Erinnerungskultur als selbstverständlich darzustellen. Sie ist das Ergebnis eines langen Kampfes. Unter dem Kommunismus wurden die jüdischen Opfer nicht als eigenständige Gruppe anerkannt, sondern in die allgemeine Erzählung polnischen Leidens eingegliedert.29 Erst seit den 1980er und 1990er Jahren haben aufgeklärte Teile der polnischen Zivilgesellschaft – Historiker, Museen, Bürgerrechtler – diese Differenzierung erkämpft. Der Prozess bleibt prekär: Reaktionäre Kräfte betrachten die jüdischen Opfer bis heute lediglich als Teil einer polnischen Opfernation und messen dem Warschauer Aufstand von 1944 eine größere Bedeutung zu als dem Ghettoaufstand.30 Dass die Akcja Żonkile dennoch existiert und wächst, ist kein Beleg für eine abgeschlossene Aufklärung, sondern für eine Gesellschaft, die bereit ist, diese Auseinandersetzung immer wieder zu führen.
Doch die Bedrohung kommt längst nicht mehr nur von rechts. Im April 2026 – unmittelbar vor dem 83. Jahrestag des Aufstands – wählte das POLIN-Museum den Journalisten Mariusz Szczygieł, der Israel öffentlich des Genozids beschuldigt, als Botschafter seiner eigenen Narzissen-Kampagne. Gleichzeitig forderten zwei prominente Warschauer Intellektuelle den Bürgermeister auf, die israelische Flagge von den Gedenkfeiern am Denkmal der Ghettohelden zu entfernen – mit der Begründung, die Erinnerung an den Aufstand „gehöre keinem einzelnen Staat“. Die polnisch-jüdische Soziologin Anna Zawadzka entlarvte den Mechanismus: Zunächst wird die Erinnerung für „universell“ erklärt, dann wird sie von ihrer jüdisch-nationalen Bedeutung gelöst, und schließlich wird Israel daraus ausgeschlossen. Was der Nationalismus nicht geschafft hat – die jüdische Erinnerung von jüdischer Souveränität zu trennen –, versucht nun der Antizionismus.31
Deutschland: Kränze für die Toten, Schweigen zu den Lebenden
In Deutschland hingegen ist der Aufstand im Warschauer Ghetto vergleichsweise wenig bekannt. Im öffentlichen Gedenken, in Schulbüchern und in der medialen Erinnerungskultur spielt er kaum eine Rolle. Das Wissen über den jüdischen Widerstand während der Schoah ist erschreckend gering.
Man könnte das Phänomen Nekrosemitismus nennen: die Bereitschaft, toten Juden zu gedenken – solange sie wehrlose Opfer bleiben. Deutschland hat das größte Holocaust-Mahnmal der Welt gebaut, begeht den 27. Januar mit staatlicher Würde und fördert eine umfangreiche Erinnerungskultur. Doch diese Erinnerung gilt fast ausschließlich den wehrlosen Opfern. Der Jude als Kämpfer, als Partisan, als Soldat des eigenen Staates – dieses Bild hat im deutschen Gedächtnis kaum einen Platz.
Die amerikanische Autorin Dara Horn hat diese Dynamik in ihrem Buch People Love Dead Jews (2021) scharf analysiert: Die westliche Gesellschaft erzählt lieber, wie Juden starben, als wie sie lebten – denn, so Horn, „es ist viel einfacher, tote Juden in Märtyrer und Moralgeschichten zu verwandeln, als mit lebenden zu koexistieren.“ In Deutschland trifft diese Diagnose mit besonderer Schärfe zu: Ein Land, das sich seiner „Vergangenheitsbewältigung“ rühmt, zeigt bemerkenswert wenig Interesse am jüdischen Widerstand, an jüdischer Handlungsfähigkeit und am jüdischen Staat, der aus dem Geist dieses Widerstands mitbegründet wurde.32
Wie tief dieser Nekrosemitismus reicht, zeigte sich im Frühjahr 2025, als die Leitung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald die Intervention der israelischen Botschaft gegen einen regierungskritischen israelischen Redner als „Instrumentalisierung“ der Schoah zurückwies. Das Argument: Die Erinnerung an die ermordeten Juden dürfe nicht partikularen Zwecken dienen, sondern gehöre der gesamten Menschheit – ein Argument, das dem der Warschauer Petition gegen die israelische Flagge strukturell gleicht. Doch genau hier liegt die Asymmetrie: Wenn Juden aus der Schoah die Schlussfolgerung ziehen, dass jüdisches Überleben jüdische Souveränität erfordert, ist das Instrumentalisierung. Wenn deutsche Institutionen aus derselben Geschichte universelle Lehren ableiten, ist das Erinnerungskultur. Beide Lesarten sind politisch – doch nur eine gesteht den Juden die Deutungshoheit über ihre eigene Katastrophe zu.33
Besonders deutlich wird der Nekrosemitismus in der wachsenden Verbreitung des israelbezogenen Antisemitismus in Deutschland. Derselbe Staat, der am 27. Januar Kränze für die ermordeten Juden niederlegt, duldet auf seinen Straßen Demonstrationen, auf denen der jüdische Staat dämonisiert und sein Existenzrecht bestritten wird. Dieselbe Gesellschaft, die das Leid der ermordeten Juden betrauert, ist oftmals unfähig oder unwillig, den Zusammenhang zu erkennen: Dass der Staat Israel genau die Antwort ist, die das jüdische Volk auf dieses Leid gegeben hat – der Beschluss, nie wieder wehrlos zu sein.
Israel wird in Teilen der deutschen Öffentlichkeit mit doppelten Maßstäben gemessen, delegitimiert oder zum Gegenstand einer moralischen Projektion gemacht, die wenig mit der Realität des Nahen Ostens und viel mit dem deutschen Bedürfnis nach Entlastung von der eigenen Geschichte zu tun hat. Wenn deutsche Kommentatoren den jüdischen Staat mit einer Schärfe verurteilen, die sie gegenüber keinem anderen Staat aufbringen, dann ist das keine Israelkritik – es ist die Kehrseite des Nekrosemitismus: Die Bereitschaft, toten Juden Denkmäler zu errichten, wird zur Feindseligkeit gegenüber lebenden Juden, die sich weigern, Opfer zu bleiben.
Dies führt zu einer unbequemen, aber notwendigen Frage: Gedenkt man in Deutschland lieber den wehrlosen Opfern als den kämpfenden Juden? Ein Gedenken, das den jüdischen Widerstand ausblendet, ist nicht nur unvollständig – es verrät die Geschichte, die es zu bewahren vorgibt.
VI. Schluss: Für ein Gedenken, das die ganze Geschichte erzählt
Der Aufstand im Warschauer Ghetto ist mehr als ein historisches Ereignis. Er ist ein Symbol – der Moment, in dem mitten in der dunkelsten Stunde der jüdischen Geschichte der Grundsatz der Selbstverteidigung seine schärfste Ausprägung fand. Die Kämpfer des Ghettos wussten, dass sie nicht siegen konnten. Aber sie entschieden sich, die Art ihres Sterbens selbst zu wählen – und schufen damit ein Symbol, das weit über den Mai 1943 hinausreicht.
Bei der Gründung des Staates Israel 1948 – der Verwirklichung eines jahrtausendealten jüdischen Anspruchs – wurde dieser Geist des Widerstands in eine staatliche Realität überführt: Jüdische Sicherheit sollte fortan nicht mehr vom Wohlwollen anderer abhängen. Nie wieder sollte jüdisches Leben davon abhängen, ob eine fremde Armee kommt oder ausbleibt. Der israelische Kalender, der den Bogen vom Jom haScho’a über den Jom haSikaron zum Jom haAtzma’ut spannt, erzählt genau diese Geschichte.
Der Jom haScho’a trägt diesen Bogen in seinem Namen und in seinem Datum. Er ist ein Gedenktag, der Trauer und Würdigung jüdischer Widerstandskraft vereint – und damit ein vollständigeres, wahrhaftigeres Bild der Schoah zeichnet als ein universeller Gedenktag es je könnte.
Es ist an der Zeit, dass auch in Deutschland der jüdische Widerstand während der Schoah stärker in das öffentliche Bewusstsein rückt – und mit ihm die Erkenntnis, dass die Schoah den jüdischen Anspruch auf einen eigenen Staat nicht geschaffen, aber auf furchtbare Weise bestätigt hat. Denn ein Gedenken, das nur den Tod sieht, aber nicht den Kampf – das nur das Leid erinnert, aber nicht den Mut, nicht das Gebet, nicht das Lehren und Lernen unter Todesgefahr, nicht das Weiterleben als religiösen Akt – bleibt unvollständig. Wer die Kämpfer des Ghettos ehrt, muss auch jene ehren, die mit Kiddusch ha-Chajim Widerstand leisteten – und jene, die diesen Geist heute in Israel und in der Diaspora weiterführen. Und unvollständiges Gedenken ist kein würdiges Gedenken.
Bildnachweise
Stroop-Bericht (1943): National Archives and Records Administration (NARA), Washington / Instytut Pamięci Narodowej (IPN), Warschau. Faksimile: USHMM Collections. Identifikation der Personen auf dem Titelbild: USHMM Collections (collections.ushmm.org/search/catalog/pa1088110).
Georg, Willy: Fotografien aus dem Warschauer Ghetto. United States Holocaust Memorial Museum.
Alle Kolorierungen: Mikołaj Kaczmarek.
Identifikation Familie Neyer (Ul. Nowolipie, 1943): USHMM Collections (collections.ushmm.org/search/catalog/pa1063284) / Yad Vashem.
- Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN: „The Warsaw Ghetto Uprising. Historical Information.“
https://polin.pl/en/warsaw-ghetto-uprising-historical-information ; United States Holocaust Memorial Museum (USHMM): „Warsaw Ghetto Uprising.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/warsaw-ghetto-uprising ↩︎ - USHMM: „Warsaw Ghetto Uprising“, ebd.; POLIN, ebd. ↩︎
- Knesset: Gesetz zum Gedenken an Schoah und Heldentum (Jom haScho’a), 1959. Vgl. Yad Vashem: „Holocaust Remembrance Day.“ https://www.yadvashem.org/remembrance/remembrance-day/overview.html ↩︎
- Generalversammlung der Vereinten Nationen: Resolution 60/7, 1. November 2005. https://digitallibrary.un.org/record/559922/files/A_RES_60_7-EN.pdf ↩︎
- Wiesel, Elie: „Bearing Witness, 60 Years On.“ Rede vor der UN-Generalversammlung, 24. Januar 2005.
https://israelforever.org/programs/linksinthechain/elie_wiesel_bearing_witness/ ↩︎ - Yad Vashem: „Murder of the Jews of Poland.“ https://www.yadvashem.org/holocaust/about/fate-of-jews/poland.html ; Yad Vashem: „Poland: Historical Background during the Holocaust.“
https://www.yadvashem.org/righteous/stories/poland-historical-background.html ↩︎ - Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN: „Anniversary of the Outbreak of World War Two.“
https://www.polin.pl/en/world-war-two-outbreak; Polscy Sprawiedliwi: „Situation of Jews in Occupied Poland.“
https://sprawiedliwi.org.pl/en/about-righteous/holocaust/situation-jews-occupied-poland ↩︎ - Die Dauerausstellung des Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN trägt den Titel „1000-Year History of Polish Jews“ und dokumentiert die jüdische Präsenz in Polen seit dem frühen Mittelalter. Vgl. https://polin.pl/en/about-museum; sowie POLIN: „A Shared Biography.“ https://polin.pl/en/a-shared-biography ↩︎
- Instytut Pamięci Narodowej (IPN): Polska 1939–1945. Straty osobowe i ofiary represji pod dwiema okupacjami, 2009. Vgl. USHMM: „Polish Victims.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/polish-victims ↩︎
- USHMM: „Warsaw.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/warsaw; USHMM: „Conditions in the Warsaw Ghetto.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/film/conditions-in-the-warsaw-ghetto-1 ↩︎
- USHMM: „Conditions in the Warsaw Ghetto“, ebd.; Winick, Myron: Hunger Disease: Studies by the Jewish Physicians in the Warsaw Ghetto. John Wiley & Sons, 1979. ↩︎
- USHMM: „Warsaw“, ebd.; Imperial War Museum: „Daily Life In The Warsaw Ghetto.“ https://www.iwm.org.uk/history/daily-life-in-the-warsaw-ghetto. Tagebuch Adam Czerniaków, Eintrag Mai 1941, zit. nach USHMM. ↩︎
- USHMM: „Warsaw Ghetto Uprising“, ebd.; Yad Vashem: „Warsaw Ghetto.“ https://www.yadvashem.org/holocaust/about/ghettos/warsaw.html ↩︎
- USHMM: „Deportations to and from the Warsaw Ghetto.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/deportations-to-and-from-the-warsaw-ghetto; Yad Vashem: „The Warsaw Ghetto After the Great Deportation.“ https://www.yadvashem.org/yv/en/exhibitions/warsaw_ghetto_testimonies/after_deportation.asp ; Muzeum Getta Warszawskiego: „Deportation to Death.“ https://1943.pl/en/artykul/deportation-to-death-grossaktion-in-the-warsaw-ghetto-on-22-july-1942/ ↩︎
- Gutman, Israel: Resistance: The Warsaw Ghetto Uprising. Houghton Mifflin, Boston 1994; USHMM: „Spiritual Resistance in the Ghettos.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/spiritual-resistance-in-the-ghettos ↩︎
- USHMM: „Warsaw Ghetto Uprising“, ebd. (zu Stroop). Stroop-Bericht, Faksimile: USHMM Collections.
https://collections.ushmm.org/search/catalog/pa1088110 ↩︎ - USHMM: „Jewish Uprisings in Ghettos and Camps, 1941–1944.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/jewish-uprisings-in-ghettos-and-camps-1941-44 ; USHMM: „Armed Jewish Resistance: Partisans.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/armed-jewish-resistance-partisans ↩︎
- Zentralrat der Juden in Deutschland: „70 Jahre Warschauer Ghetto-Aufstand: Unsere Helden.“ 2013.
https://www.zentralratderjuden.de/presseerklaerungen/70-jahre-warschauer-ghetto-aufstand-unsere-helden/ ; taz: „Aufstand im Warschauer Ghetto.“ 6. März 1993. https://taz.de/Aufstand-im-Warschauer-Ghetto/!1627014/ ↩︎ - Zentralrat der Juden, ebd.; Jüdische Allgemeine: „Warschauer Helden.“ 16. April 2013.
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/warschauer-helden/ ↩︎ - Knesset: Gesetz zum Gedenken an Schoah und Heldentum, 1959. Vgl. Yad Vashem: „Holocaust Remembrance Day.“ https://www.yadvashem.org/remembrance/remembrance-day/overview.html ↩︎
- Hillel International: „What Are the Spring Yamim?“ https://www.hillel.org/what-are-the-spring-yamim/ ; Reform Judaism: „Yom HaZikaron and Yom HaAtzmaut.“ https://reformjudaism.org/jewish-holidays/yom-hazikaron-and-yom-haatzmaut ↩︎
- Nefesh B’Nefesh: „Ten Days of Gratitude.“
https://www.nbn.org.il/aliyah-inspiration/visions-of-aliyah/ten-days-of-gratitude/ ↩︎ - Die Gebetsformel „Le-Schana ha-Ba’a bi-Jeruschalajim“ („Nächstes Jahr in Jerusalem“) beschließt seit der Zerstörung des Zweiten Tempels (70 n. Chr.) den Seder-Abend an Pessach und das Gebet an Jom Kippur.
Vgl. Hertzberg, Arthur: The Zionist Idea: A Historical Analysis and Reader. Jewish Publication Society, Philadelphia 1997; My Jewish Learning: „Next Year in Jerusalem.“
https://www.myjewishlearning.com/article/next-year-in-jerusalem/ ↩︎ - Volltext der israelischen Unabhängigkeitserklärung: The Avalon Project, Yale Law School. https://avalon.law.yale.edu/20th_century/israel.asp; Vgl. auch USHMM: „Holocaust Survivors and the Establishment of the State of Israel.“ https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/postwar-refugee-crisis-and-the-establishment-of-the-state-of-israel ↩︎
- Der offizielle hebräische Name lautet Yom HaZikaron laShoah ve-laGvurah (יום הזיכרון לשואה ולגבורה). Vgl. My Jewish Learning: „Yom Hashoah: Holocaust Memorial Day.“ https://www.myjewishlearning.com/article/yom-hashoah-holocaust-memorial-day/; Yad Vashem: „Yom Hashoah.“
https://www.yadvashem.org/remembrance/remembrance-day/overview.html ↩︎ - Muzeum POLIN: „Warsaw Ghetto Uprising Campaign.“
https://polin.pl/en/warsaw-ghetto-uprising-campaign ↩︎ - dzieje.pl: „19 kwietnia – w 81. rocznicę powstania.“ 2024.
https://dzieje.pl/wiadomosci/19-kwietnia-w-81-rocznice-powstania-w-warszawskim-getcie-akcja-zonkile-odbywac-sie ↩︎ - dzieje.pl: „Akcja Żonkile 2023 w 80. rocznicę.“ https://dzieje.pl/wiadomosci/akcja-zonkile-2023-w-80-rocznice-wybuchu-powstania-w-getcie-warszawskim; Stadt Warschau: „Akcja Żonkile.“ https://um.warszawa.pl/-/akcja-zonkile-symbol-powstania-w-getcie ↩︎
- Vgl. Michael C. Steinlauf: Bondage to the Dead: Poland and the Memory of the Holocaust, Syracuse University Press, 1997. ↩︎
- Jan T. Gross: Neighbors: The Destruction of the Jewish Community in Jedwabne, Poland, Princeton University Press, 2001; Jan Grabowski: Hunt for the Jews: Betrayal and Murder in German-Occupied Poland, Indiana University Press, 2013. Zur geschichtspolitischen Gegenreaktion vgl. das polnische „Holocaust-Gesetz“ von 2018 (Novelle des IPN-Gesetzes), das die Zuschreibung polnischer Mitverantwortung an NS-Verbrechen unter Strafe stellte und nach internationalem Protest teilweise zurückgenommen wurde. ↩︎
- Anna Zawadzka / Helena Datner: „How the steamroller of antizionism rolls through the Warsaw Ghetto“, London Centre for the Study of Contemporary Antisemitism, April 2026. https://londonantisemitism.com/news/how-the-steamroller-of-antizionism-rolls-through-the-warsaw-ghetto-anna-zawadzka-and-helena-datner/ ↩︎
- Horn, Dara: People Love Dead Jews: Reports from a Haunted Present. W. W. Norton & Company, New York 2021. Zitat aus: Horn im Interview mit The Atlantic, 2021. ↩︎
- Vgl. Jens-Christian Wagner: „„Nie wieder!“ Nie wieder was?“, in: Reflexionen. Jahresmagazin der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora (2026).
https://www.stiftung-gedenkstaetten.de/reflexionen/reflexionen-2026/nie-wieder; Der Tagesspiegel: „Gedenkstättenleiter empört über Ausladung des Philosophen Omri Boehm.“ 4. 4. 2025.
https://www.tagesspiegel.de/kultur/buchenwald-gedenken-gedenkstattenleiter-emport-uber-ausladung-des-umstrittenen-philosophen-omri-boehm-13485358.html ↩︎