
Handreichungen & Dossiers
Dokumentation: Der Antisemitismus der Gruppe „Jena for Palestine“
Seit Herbst 2023 tritt in Jena die Gruppe „Jena for Palestine“ als Organisatorin „pro-palästinensischer“ Kundgebungen auf. Sie versteht sich als Stimme der Solidarität. Tatsächlich verbreitet sie, wie die hier vorgelegte Dokumentation Beitrag für Beitrag belegt, einen Antisemitismus, der mit legitimer Kritik an der Politik einer israelischen Regierung nichts gemein hat.
Auf ihren eigenen Kanälen spricht die Gruppe dem Staat Israel das Existenzrecht ab und bezeichnet ihn als „zionistisches Gebilde“. Sie ehrt den Hamas-Anführer Yahya Sinwar und den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi, verherrlicht den „bewaffneten Widerstand“ und ruft zur „Intifada“ auf. An ihren Informationsständen legt sie eine Broschüre aus, die den Überfall vom 7. Oktober 2023 als „moralisch legitim“ bezeichnet. Sie dämonisiert den Zionismus („Zionism = Fascism“), setzt Israel mit dem Nationalsozialismus gleich und knüpft an jahrhundertealte antisemitische Motive an, in denen Juden als Mörder von Kindern erscheinen.
Diese Einschätzung steht nicht allein. Mehrere staatliche und zivilgesellschaftliche Stellen haben einschlägige Inhalte als antisemitisch eingeordnet, darunter die Stadt Jena und die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS).
Unsere Dokumentation stützt sich ausschließlich auf die eigenen, archivierten Veröffentlichungen der Gruppe sowie auf öffentlich zugängliche Quellen, darunter Gerichtsentscheidungen und Stellungnahmen benannter Stellen. Sie ordnet jeden einzelnen Beleg nachvollziehbar ein. Wir verzichten bewusst auf jede Zuspitzung: Jede Aussage ist mit Quelle oder Bildbeleg hinterlegt.
Wir machen diese Dokumentation öffentlich zugänglich, damit sich jede und jeder anhand der Belege ein eigenes Urteil bilden kann. Israelbezogener Antisemitismus ist Antisemitismus. Ihm entschieden entgegenzutreten, ist eine gemeinsame Aufgabe von Wissenschaft und Gesellschaft.
Das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender e.V. setzt sich für den Schutz jüdischen Lebens und gegen Antisemitismus an den deutschen Hochschulen ein.
Aufmerksam und aktiv gegen Antisemitismus – Handreichung für Hochschulangehörige
„Antisemitismus ist kein neues Phänomen in unserer Gesellschaft, doch in den letzten Jahren nimmt er spürbar zu, wird lauter, offensichtlicher und aggressiver. Spätestens seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 wissen wir, dass die Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus entschiedenes Handeln erfordert.
Als Institutionen des Lernens, der Lehre und der Forschung sind unsere Hochschulen zentrale Orte, um das Bewusstsein für Antisemitismus zu schärfen und darüber zu informieren. Diese Handreichung soll Hochschulleitungen und -verwaltungen, Studierende und Lehrende dabei unterstützen, Antisemitismus frühzeitig zu erkennen und sensibel darauf zu reagieren. Gemeinsam wollen wir sicherstellen, dass unsere Hochschulen Orte bleiben, an denen Freiheit, Vielfalt, Toleranz, die offene Debatte und gegenseitiger Respekt gelebt werden.“
Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur
Die Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance und ihre Anwendung durch Beauftragte gegen Antisemitismus an Hochschulen in Hessen
Diese Broschüre richtet sich in erster Linie an Ansprechpersonen und Beauftragte gegen Antisemitismus an Hochschulen. Sie versteht sich als Orientierungshilfe, die Wissen, Erfahrungen und Empfehlungen bündelt, um Handlungssicherheit in komplexen Situationen zu fördern und die spezifischen Aufgaben eigenständiger Ansprechpersonen zu verdeutlichen. Solche spezialisierten Stellen sind unverzichtbar, um Antisemitismus sichtbar zu machen und das Vertrauen der Betroffenen zu stärken. Zugleich stellen sie eine wichtige Ergänzung zu bestehenden Antidiskriminierungs- und Diversitätsstrukturen dar, mit denen eine enge Zusammenarbeit notwendig ist, um Prävention und Intervention nachhaltig zu verankern.
Sophie Brüss (Ansprechperson Antisemitismus an der University of Applied Sciences Frankfurt am Main)
Dr. Susanne Urban (Beauftragte gegen Antisemitismus an der Philipps-Universität Marburg)
Studie Jüdisches Leben junger Menschen in München vor und nach dem 7. Oktober
Wir freuen uns, auf eine neue, wiederernüchternde Studie aufmerksam zu machen, die sich mit den Erfahrungen junger jüdischer Menschen in München vor und nach dem 7. Oktober 2023 befasst.
Zwischen Verstecken und Flagge zeigen“ gehört zu den ersten qualitativen empirischen Studien, die sich systematisch mit den Auswirkungen des 7. Oktober auf Jüdinnen und Juden in Deutschland befassen – ein Forschungsfeld, zu dem bislang kaum belastbare empirische Erkenntnisse vorliegen.
Dabei steht die Studie exemplarisch für einen Paradigmenwechsel in der Antisemitismus- und Gesellschaftsforschung: Forschungen aus jüdischer Perspektive rücken erst seit wenigen Jahren zunehmend in den Vordergrund und gelten als unverzichtbar, um Erfahrungen, Bedarfe und Sichtbarkeiten jüdischer Menschen ernsthaft zu verstehen und abzubilden.
Die im Auftrag der Stadt München durchgeführte Untersuchung liefert zahlreiche Einblicke in jüdische Sichtweisen auf ein Leben zwischen Sichtbarkeit und Rückzug, zwischen kollektiver Erschütterung und individueller Resilienz – und trägt damit wesentlich zum gesellschaftlichen Verständnis in einer Zeit wachsender Verunsicherung bei.
Julia Bernstein
Alina Brehm
Nathalie Friedlender
Michelle Stoltze
Antisemitismus auf dem Campus begegnen
Mit dieser Handreichung stellt der Verein Netzwerk jüdischer Hochschullehrender (NJH) Prinzipien vor, wie Antisemitismus auf dem Campus aktiv entgegengetreten werden kann. Es handelt sich um Orientierungshilfen für die Leitungsebene, die akademische Selbstverwaltung, Hochschulangehörige aller Statusgruppen sowie für Wissenschaftsverwaltungen und Politik. Sie sollen dabei helfen, Defizite und Handlungsbedarfe zu identifizieren, geeignete Strukturen zu schaffen und entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.
Deutscher Rap will keine Juden in seinem Ghetto
Antisemitismus in der deutschen Rap-Szene und der Jugendkultur – Wissenschaftliche Begleitung einer Veranstaltungsreihe der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Prof. Dr. Julia Bernstein und Florian Diddens (M.A.)
Antisemitismusprävention als
Professionalisierungsanliegen in der
universitären Lehrkräftebildung
Mit diesem Konzeptpapier möchten wir Erkenntnisse und Ideen zu einer Implementierung von antisemitismuspräventiven Inhalten und Kompetenzen in die Curricula der Lehrkräftebildung in der ersten Ausbildungsphase an Universitäten vorstellen. Hintergrund für die Initiative sind besorgniserregende Entwicklungen, die auch die Hochschulen und Schulen betreffen. Die empirisch nachweisbare Zunahme an antisemitisch motivierten Ausgrenzungen und Gewalttaten seit dem 7. Oktober 2023 macht auch vor den Bildungsinstitutionen nicht Halt.
Prof. Dr. Christian Thein
Dipl.-Theol. Ludger Hiepel, M.A.
Prof. Dr. Julia Bernstein
Antisemitismus auf dem Campus begegnen
Mit dieser Handreichung stellt der Verein Netzwerk jüdischer Hochschullehrender (NJH) Prinzipien vor, wie Antisemitismus auf dem Campus aktiv entgegengetreten werden kann. Es handelt sich um Orientierungshilfen für die Leitungsebene, die akademische Selbstverwaltung, Hochschulangehörige aller Statusgruppen sowie für Wissenschaftsverwaltungen und Politik. Sie sollen dabei helfen, Defizite und Handlungsbedarfe zu identifizieren, geeignete Strukturen zu schaffen und entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.
Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender